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Von Falträdern, Lastwagen und Solidarität

Faltrad

Ein buntes Brompton vor einer unbunten Wand.

Was hat ein Faltrad, ob nun Brompton, Birdy oder Bernds, mit großen und schweren Lastwagen zu tun? Scheinbar wenig, manchmal aber doch sehr viel.

Zumindest in den Situationen im Leben, die eine große Veränderung mit sich bringen, kann da schon mal ein Zusammenhang bestehen. Die großen Dinge im Leben, welche sind das? Die Liebe, Familie, Freunde. Die Leidenschaften und Hobbies. Und der Beruf, die Arbeit.

Der Beruf, die Arbeit, haben sich bei mir gerade geändert. Schluss mit hauptberuflichem Journalismus. Keine Zeitungsartikel mehr. Dafür in Zukunft: Voller Einsatz für die Solidarität. Diesen gewerkschaftlichen Grundwert gilt es für mich von sofort an hochzuhalten, wo ich doch in Zukunft die Öffentlichkeitsarbeit für einen großen Betriebsrat mache. Den Betriebsrat eines großen Münchner Herstellers von Lastwagen und Bussen mit drei Buchstaben.

Diese Veränderung dürfte ein paar Folgen auch für eines meiner Hobbies haben, das führen dieses Weblogs. Der unabhängige Journalist, als der ich im vergangenen Jahr hier über Verkehrspolitik, Radrouten und kleine Beobachtungen vom Straßenrand geschrieben habe, bin ich nun nicht mehr. Schon möglich, dass das Konsequenzen für den Charakter dieses Weblogs hat.

Brompton gefaltet

Buntes Brompton vor unbunter Wand, diesmal in klein.

Was ich allerdings bleibe: Radfahrer, und zwar voll und ganz. In der Freizeit ebenso wie im Alltag. Und so wird schön langsam ein Schuh aus der eingangs gestellten Frage. Meinen Weg zur Arbeit werde ich in Zukunft auf oben abgebildetem Faltrad zurücklegen, teils auf der Straße, teils aber auch – dafür ist so etwas schließlich gemacht – in U- oder S-Bahn. Der Weg über die für Radfahrer fürchterliche Dachauer Straße, er ist auch mir als hartgesottenem Alltagsradler zu lästig. Das Faltrad soll mir nun helfen auf dem täglichen Weg ins Lastwagen-Werk. Die schlimmsten Passagen der Stadt mit öffentlichen Verkehrsmitteln überbrücken, um dann kurzerhand weiterzuradeln – das ist meine Zukunft.

Über meine praktischen Erfahrungen, das Für und Wider dieser Art der Fortbewegung, werde ich berichten. Schon aus Solidarität mit anderen geplagten Radfahrern.

 
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Verfasst von - 29. März 2013 in der Radlblogger, grundsätzlich, urban

 

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Frühling in der Radsaison

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Was müsste alles passieren, dass dieses Bild entstehen konnte?

Schnee musste fallen, Schnee musste schmelzen, Schnee musste wieder fallen und erneut schmelzen. Wind musste wehen, Seen und Weiher gefrieren. Winter halt, und zwar ein besonders grauer.

Noch sind nicht alle Eisflächen verschwunden, und grau könnte es durchaus auch noch einmal werden, und doch: Dieser heutige 3. März dürfte den Wendepunkt markiert haben, hin zum Frühling. Die Radsaison ist somit kurz vorm Durchstarten.

Persönliche Bilanz: 50 erste Kilometer auf dem Crosser. In aller Ruhe. Mit sehr viel Freude. Radsaison, du kannst kommen!

 
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Verfasst von - 3. März 2013 in grundsätzlich, ländlich

 

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Hilfe gegen Lärm am Berg

Mein Leser Joachim hat neulich einen interessanten Kommentar geschrieben auf diesen Artikel hier im Blog, in dem ich lärmende Motorradfahrer auf Alpenpässen anprangere. Er schreibt, Zitat:

In den Niederlanden ist es erlaubt, dass Motorroller auf Radwegen fahren. Das Problem sind bei diesen Gefährten aber ehr die Abgase als der Lärm. Ein paar Radfahrer haben sich da eine tolle Aktion ausgedacht. Such mal bei Google nach “de eerlijke brommer” und schau Dir die Bilder an. Auf Youtube gibt’s auch ein Video zu diesem Stichwort.

Sehr hübsche Idee, das meine ich. Auf der Basis könnte man auch was für die Biker in den Alpen entwickeln. Ich denke immer noch eher an den Lärm. Die Lösung, meine ich, ist folgende: Motorräder werden ab sofort nur noch mit Elektromotoren gebaut. In die Helme werden Kopfhöhrer integriert, die ein lautes Motorengeräusch simulieren. Biker glücklich. Bergwelt glücklich.

Kann das nicht mal irgendein Ingenieur schnell entwickeln?

 
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Verfasst von - 10. Januar 2013 in bergauf, grundsätzlich

 

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Rätsel Rolle

Wintertraining für Radsportler ist eine zähe Sache. Eine Rolle fürs Rennrad könnte helfen. Das Problem: die Langeweile.

Ein schlechtes Foto von einem nur bedingt geliebten Objekt.

Dies ist ein schlechtes Foto von einem nur bedingt geliebten Objekt.

Man könnte mit dem Ding so viel machen. Trainingskilometer abreißen. Form wahren. Beine in Schwung halten. Den Beweis antreten, dass Wetter und die Jahreszeiten keine Kategorie sind für eine Sportart wie Rennradfahren. Oder zumindest das Frühjahr vorbereiten. Sorge tragen dafür, dass man im Frühjahr nicht wie sonst immer nach einer lächerlich kleinen Runde platt ist.

All das habe ich mir einst vorgenommen, als ich mir diese Trainingsrolle von Tacx gekauft habe vergangenen Winter. In die man sein Rennrad einspannen kann, um dann in der Wohnung, im Warmen, unabhängig von Wind und Wetter, seinen Lieblingssport zu treiben.

Wie lächerlich.

Denn leider steht das Ding jetzt unbeachtet in der Ecke, schon ziemlich lange. Vergangenen Winter habe ich es sechs, siebenmal geschafft auf das Ding, da hatte die Rolle den Reiz des Neuen. In diesem Spätherbst habe ich es dreimal geschafft. Da hatte die Rolle nach der langen Freiluft-Saison noch einmal den Reiz von etwas Neuem. Das war’s dann aber auch.

Aber was soll man machen: Radfahren auf einer solchen Rolle ist einfach tödlich langweilig. Man tritt auf der Stelle, damit ist eigentlich alles gesagt. Gut, es gibt Leute, die machen das in Fitnessstudios, laufen auf Laufbändern, Steppern, Radeln auf Ergometern. Ich war nie einer von denen, fand das immer quälend öde. Da hätte ich eigentlich wissen können, dass das mit der Rolle und mir nichts werden würde.

Wo ist der Fahrtwind, wo die Landschaft, wo die Sonne, der Wind, der Regen, die Berge? Letztere sind das einzige, was man auf der Rolle simulieren kann, theoretisch, über einen entsprechend hohen Widerstand. Kann man mal machen. Eine Viertelstunde ist schon lang.

Die Hersteller dieser Geräte wissen das natürlich, deswegen lassen sie sich die dollsten Dinge einfallen. Man kann eine geeignete Rolle mit dem Computer verbinden und sie darüber steuern. Über eine geeignete Schnittstelle und die nötige Software kann man dann Rennen fahren in virtuellen Welten, so wie man das von Computerspielen kennt, nur mit echtem Strampeln statt nur mit einem Gamepad. Toll eigentlich, genauso wie die Möglichkeit, echte Tour-de-France-Etappen oder klassische Tagesrennen nachzufahren. Auf dem Bildschirm echte Szenerie, der Widerstand immer passend zum Höhenprofil der Strecke. Oder, noch toller, man fährt übers Netz Rennen gegen echte Gegner – Leute wie man selbst allesamt, die in irgendeiner Wohnung, in irgendeinem Keller, ebenfalls gerade ins Nichts strampeln und sich über die technischen Möglichkeiten davon ablenken möchten.

Alles ganz toll.
Und alles ganz ohne mich.

Bis zum Frühjahr dann wieder, umgeben von Fahrtwind, Landschaft, Sonne, Wind, Regen und von mir aus auch Kälte!

 
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Verfasst von - 10. Januar 2013 in bergauf, grundsätzlich

 

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Wir sind die Harten

Wir brauchen es nicht bequem. Uns interessieren keine Sitzheizungen oder Standgebläse. Enteisungsspray? Wofür?

Wenn wir morgens vor die Tür gehen, geht es dieser Tage nur um die Frage: Finden wir unser Fahrrad noch? Die Welt hat sich über Nacht schließlich ein wenig verändert.

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Uns macht das nichts, uns freut das. Wir stürzen uns auf die schneeglatten Wege und fallen doch nicht hin. Wir pflügen durch den Matsch und kommen unbeirrt voran. Mögen andere bei diesen Verhältnissen in Schwierigkeiten geraten – wir, die harten Winterradler von der frostigen Gestalt, stehen das durch.

Weiß Chuck Norris, dass wir eine echte Konkurrenz für ihn sind?

 
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Verfasst von - 11. Dezember 2012 in urban

 

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Spikereifen aufs Fahrrad – der Tipp für den Winter

Rutschpartien waren gestern: Spikes auf dem Fahrrad sind bei Eis und Schnee Gold wert. Erfahrungen nach einer Saison mit den Metallstiften.
Spikereifen adeGerade eben habe ich den Spikereifen wieder auf mein Alltagsrad gezogen. Den Spikereifen, weil ich genau einen Besitze und diesen seit dem vergangenen Winter bei Eis und Schnee einsetze. Wie damals habe ich ihn wieder auf dem Vorderrad montiert.

Ich kann das wirklich jedem empfehlen. Mit einem solchen Winterreifen kann man auf Eis und Schnee so Rad fahren, als wäre da gar kein Eis oder gar kein Schnee. Ich selbst habe einige Jahre mit mir gerungen, ob ich mir einen solchen Reifen zulegen soll. Dabei hatte ich vor allem zwei Fragen:

1) Bringt’s das wirklich?

Antwort nach einem Jahr Erfahrung: ja.

2) Was ist in der Zeit, in der es keinen Eis und kein Schnee gibt? Kommt ja vor in unseren milden Klimawandel-Wintern…

Antwort: Man fährt einfach trotzdem. Ein Spikereifen rollt auch auf trockenem Asphalt annehmbar. Man muss halt damit leben, dass man einen gewissen Verschleiß hat. Am soeben montierten Reifen sind die Spikes auf der Lauffläche erkennbar abgenutzt im Vergleich zu denen an der Flanke. Aber was soll’s – diese Saison nun werden sie schon noch halten.

Generell gilt: Im Winter einen Spikereifen am Vorderrad zu montieren ist sehr empfehlenswert!

 
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Verfasst von - 3. Dezember 2012 in empfehlenswert, urban

 

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Impression aus der Hölle

Man mag so etwas für hochnäsig halten, für arrogant und eingebildet. Diese Städter halt, die keine rechte Vorstellung haben, wie das wahre Leben auf dem flachen Land so läuft. Urbano-Romantiker.

Beim Anblick dieser Zustände lasse ich mir das gerne vorhalten. Ein Industriestandort, irgendwo in Oberbayern: Hektarweise parken die Autos, mit denen die Menschen hier zur Arbeit gefahren sind. Unendlich viel verbrauchte Fläche. Blechhalden für ein bisschen Produktion. Irgendwie lässt mich das erschaudern.

Es gibt sie, natürlich, die Menschen, die ihr Häuschen im Grünen schätzen. Und die dafür jede Menge Fahrerei im Auto in Kauf nehmen. Heraus kommt dabei dieser unansehnliche Landschaftsfraß.

Es lebe die Kompaktheit, es lebe die dichte Bebauung, da wo die Menschen wirklich sind. Damit die berühmte grüne Wiese auch wirklich grün bleibt. Und wir unser Leben mit dem Fahrrad führen können.

 
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Verfasst von - 22. November 2012 in ländlich, urban

 
 
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